Kreativität kennt keine Grenzen...  
 

Sprechen Sie Andi?
Heute: Stehen

Ich stehe.
Ich stand.

Soweit ist ja alles klar, das verstehe ich. Aber was bitte sehr, hat denn nun verstehen mit stehen zu tun. Wenn ich von etwas die Peilung habe, dann peile ich es, oder ich verstehe es. Ist dann etwas verpeilen dasselbe wie stehen? Oder anders ausgedrückt, wenn ich etwas verpeile, habe ich eben keine Peilung. Wenn ich nun etwas verstehe, was genau steht denn dann nicht? Kann ich jetzt nur im Sitzen oder Liegen etwas verstehen? Vielleicht gibt es ja deswegen die Klischee behafteten Kaffeekränzchen, wo sich die Damenwelt sitzenderweise unterhält und versteht. Kinder müssen deswegen in den Schulen sitzen, damit sie verstehen. Männer beim Billard oder Dart können nichts verstehen, da sie ja stehen. Verstehe einer die Logik dahinter. Wenn also deine Frau zu dir sagt: „Wir müssen reden!“ dann solltest du als Mann dich ganz schnell setzen. Aber wahrscheinlicher ist es, das Mann sich dann hinlegt. Dann versteht und steht er ganz schnell.

Es ist wohl etwas, was bestanden werden muss, denn dann hat es Bestand. Dann entsteht sicherlich etwas – ein Entstand? Wohl eher der Endstand nach dem Fußballmatch. Ich gestehe, dass ich einiges zugestehe, was mir zusteht. Verständlicherweise üben wir Beständigkeit. Ständig ist irgendwas. Was übersteht eigentlich ein Überstand. Wer untersteht dem Unterstand. Was steht beim Vorstand vor. Wenn etwas entgegensteht ist das dann ein Entgegenstand? Umstehe ich einen Umstand? Das wird mir hier alles zu umständlich. 

Verstehst du?

Text: Andi Herrmann / 10. Dezember 2013