Kreativität kennt keine Grenzen...  
 

Wäre ich ein Stern,

wäre ich einer von Vielen. Ich würde hell erstrahlen und doch nur für einige wenige sichtbar sein. Einsam wäre es in der tiefen, arktischen Kälte des Weltalls und doch würde ich mich verzehren, würde ausbrennen, als schwarzes Loch alles mich Umgebende mit hineinziehen.
Die anderen Sterne, die weit entfernten würden nichts davon wahrnehmen. Sind es doch so viele.

Ich möchte kein Stern sein.

Ich wäre lieber ich selbst. Stets auf das Innere des eigenen Ichs hörend, stets im Einklang mit mir. In der Harmonie des Zweiklangs. Dissonanzen kommen und gehen wieder. Sie beleben das Ich und das Du, bilden Mehrklänge, ganze Symphonien, erzeugen Spannung, Glück und Leid, Wirbel im Takt der Zeit. Und doch verbleibt stets die eine Melodie, die schon am Anfang war. Diese Klänge, die tief in meinem Herzen wohnen. Sie singen Deinen Namen.

Dieser Name ist es, der mich die verlorenen Tage vergessen lässt, der mich nicht zum alles verschlingenden, schwarzen Loch mutieren lässt. Möge dieser Name weiter singen und klingen in mir, immer weiter, immerzu. Nie endend.

Dann wäre ich Dein Stern.


Text: Andi Herrmann / 20. November 2013