Kreativität kennt keine Grenzen...  
 

Sehnsucht

„Die Suche ist beendet“, sagte er und dachte darüber nach, wie glücklich er jetzt sein müsste. Ein kleiner Wermutstropfen blieb ihm. Das Gefundene hatte er nicht greifbar. Es war noch weit entfernt. Aber gefunden hatte er es. Einen Schatz, so kostbar, dass es ihm zunächst reichte, zu wissen, dass er zu ihm gehörte.

Er erinnerte sich an diesen einen Moment, wo er ihn fand, ohne ihn wirklich zu suchen. Er hat schon gesucht, aber eben nicht diesen Schatz. Es war mehr ein hoffen darauf, etwas zu finden, dass die gähnende Leere ausfüllte. Als er darauf stieß war er voll der Freude. Alles in ihm war erfüllt.

Aber das Kostbare blieb ihm noch außer Reichweite. Ein neues Suchen begann. Die Suche nach der Nähe, nach diesem Gefühl der Fülle. Er wusste, dass er sich in Bewegung setzen musste. Er musste erneut Wege finden, suchen, um seinen Schatz zu erlangen. Er weiß, dass er abhängig ist von diesem Wertvollen. Er ist süchtig. Voller Sehnsucht.

Die Sehnsucht treibt ihn an. Er fiebert hin und fiebert her. Sucht süchtig auf verschlungenen Pfaden. Immer weiter und schneller. Der Schatz indes bleibt unerreicht. Und doch: Ein Stück des Glücks ist immer bei ihm. Tief im Innern seiner selbst. Einen Teil des Glücks trägt er in seinem Herzen mit dem er weitersucht. Immer größer wird dieser Teil in ihm. Mit jeder Sekunde, die er sucht wächst das Glück bis hin zur Erfüllung.

Die Sehnsucht treibt ihn an. Der Schatz ist ihm immer näher. Weiter geht es durch Berg und Tal über Brücken und kleine Bäche. Er erreicht seine Kostbarkeit nimmt sie zu sich.

„Die Suche ist beendet“, sagte er und dachte darüber nach, wie glücklich er jetzt sein müsste.

Text: Andi Herrmann / 29. Oktober 2013